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DSA - Charakterbogen

 
Name: Ulfert Rondrek  
Rasse: Söldner
Geschlecht: m
Gruppe: keine
Akademie:
 
 
Größe: 185 Haarfarbe: schwarz
Gewicht: 90 Augenfarbe: dunkelbraun
Alter: 26 Geb. Datum: 15. Tsa
Herkunft: Bauern Stufe: 1
 
Hintergrundgeschichte:
„Du willst wissen wie man Söldner wird?“ Der großgewachsene Mann setzt den Tonkrug noch einmal an seine Lippen und kümmert sich nicht darum, dass seine kaum gestutzten Barthaare mit dem klaren Schnaps benetzt werden. Einen Moment sieht es so aus, als ob der breitschultrige Kerl zu Boden stürzen würde, als er einen Schritt auf die Theke zumacht, aber er stützt sich rechtzeitig auf dem groben Holz ab. Interessiert betrachtet er einen Splitter, der sich in seine Handfläche gebohrt hat. Als er in herauszieht glänzt ein heller Tropfen Blut auf seiner großen, von der Arbeit hart gewordenen Hand.

„Ich sag dir was“ nuschelt er trunken „wenn du blutest, nimm Schnaps“. Er formt seine Hand zu einer kleinen Schale und gießt ein paar Tropfen des Klaren hinein. Die Flüssigkeit in seiner Hand nimmt eine blassrote Farbe an. Fast als würde er seine eigene Handfläche küssen wollen, führt er sie zum Mund und saugt das Gebräu in sich ein. „Siehst du, alles sauber“ er hält dir seine Handfläche vor die Nase, auf der sich bereits ein neuer Blutstropfen bildet.

„Du musst nur machen, was getan werden muss, Kleiner, dann werden die Zwölfe es schon richten“. Sein freudloses Lachen lässt ihn fast von der Theke rutschen. „Hat meine Mutter Mora immer gesagt“ er macht eine kurze Pause um mehr Schnaps in sich hineinzuschütten. „Immer getan was getan werden musste, das hat sie wirklich. Hat Hemden gewaschen und Kohlen geschleppt, Brot gebacken und Schweine geschlachtet. Wo es eben grade ein paar Heller zu verdienen gab.“ Er schaut skeptisch in seinen Tonkrug bevor er weiterspricht. „Vielleicht macht sie es noch immer, woher soll ich das wissen.“ murmelt er dann leise und schweigt einen Augenblick, den Blick in die weite Ferne des Schnapses gerichtet.

„Hab sie so oft mit Vater zusammen gesehen, wie sie auf dem Marktplatz standen, nach Arbeit gesucht haben. Haben immer getan, was getan werden musste. Sie haben mir sogar gute Arbeit besorgt, wenn du glaubst, dass Kisten zu schleppen gute Arbeit ist. Aber es hat geholfen, ein paar Münzen mehr können viel ausmachen. Und der alte Rondrajan war eigentlich ein guter Kerl, klar er hat mal einen Bauerntrottel übers Ohr gehauen, aber eigentlich ein guter Kerl. Nicht der Hellste allerdings. Hat versucht mehr zu machen als nur mit Messern und Salz zwischen der Stadt und den Bauerndörfern 'rumzufahren und mit ein paar Eiern und Säcken Mehl zurückzukommen. Hat gedacht er wird reich, wenn er Phex und Tsa einen Dukaten in die Opferschale wirft und nach Gareth fährt um Gewürze zu kaufen.“

Sein Gesicht verzieht sich zu einer hämischen Grimasse. „Ich fand das toll, mit 16 Sommern. Ich wollte die große Stadt sehen und die großen Lagerhäuser, von denen Rondrajan mir erzählt hatte. Gewürzkisten schleppen und mit dem Wagen mal 'was anderes sehen, als die Dreckstraßen auf den Dörfern. Ich konnte den nächsten Frühling kaum erwarten.“ Wieder lacht er trocken. „Vielleicht wär er ja reich geworden, wenn er es nach Gareth geschafft hätte, woher soll ich das wissen? Aber wenn du nicht so helle bist und nur das Schwert deines alten Herren und einen grünen Burschen mitnimmst, wenn du auf große Fahrt gehst... Na dann solltest du wenigstens nicht auf dem Weg jedem erzählen, dass du dein ganzes Vermögen mithast um Gewürze zu kaufen, merk dir das Kleiner.“

Der große Mann beugt seine breiten Schultern tief herunter und streicht das Haar an seinem Hinterkopf zur Seite, wo eine lange Narbe seine Haut ziert. „Da hab ich Glück gehabt, sowas kann auch böse enden“, sagt er, als er sich wieder aufrichtet. „Bei Rondrajan zum Beispiel. Ich hab ja gesagt, er war nie so helle, aber nachdem sie ihm die Lichter ausgeblasen hatten... naja, ich weiß nicht, ob er überhaupt gemerkt hat, dass seine Dukaten weg sind.“ Mit den fahrigen Bewegungen eines Betrunkenen streicht er über den Griff des Schwertes, das an seinem Gürtel hängt. „Hätte der alte Trottel bloß nicht das Schwert gezogen und ihnen das Geld einfach gegeben, dann hätte er seinen Verstand vielleicht noch beisammen.“ Er macht eine kleine Pause und leert seinen Tonkrug. „Aber ich hab getan, was getan werden musste und ihn auf seinen Wagen geladen und mir tagelang sein Gebrabbel angehört, bis wir wieder zu Hause waren. Ich sag dir was, wenn du eine Frau weinen sehen willst, dass bring ihr nicht die Nachricht, dass ihr Mann gestorben ist, sondern bring ihr einen sabbernden Idioten.“ Seine Zunge leckt die letzten Tropfen Schnaps von Lippen und Bart und sein Gesicht verzieht sich. „Hat mich aus dem Haus gejagt, als ob ich ihm das angetan hätte. Deshalb hab ich auch das Schwert behalten.“ Seine Knöchel treten weiß hervor, als er den Griff fest umklammert.

„Tja Kleiner, und wenn du grade mal 17 Sommer gesehen hast und nichts auf Dere hast als ein altes Schwert, ein paar Muskeln und einen Kopf voller Kuhmist... dann gehst du vielleicht mit der nächsten Söldnertruppe, die durch die Stadt zieht um die Welt zu sehen.“
„Aber nicht, dass du jetzt glaubst, dass ich das Schwert gleich benutzt habe. Du siehst vor dir den stolzen ehemaligen Trosswagenfahrer, Klingenschleifer, Brennholzschlepper und Latrinengräber von „Jagors Jungs“, den ungewaschensten Rauhbeinen auf jedem Schlachtfeld. Ich sag dir, das Söldnerleben ist glorreich. Ob du dir die Zehen abfrieren willst, den Flinken Difar oder Dumpfschädel näher kennenlernen willst, besoffenen Kerlen dabei zuhören willst wie sie erzählen, wie viele Huren sie hatten, nachdem sie diese oder jene Schlacht überlebt haben, alles ist dabei, Kleiner.“

Er lässt den Wirt wieder Schnaps in seinen Krug füllen und trinkt einen großen Schluck, bevor er weiterredet. „Aber man tut halt, was getan werden muss, dann werden es die Zwölf schon richten. Und wenn du Glück hast, dann zeigt dir einer der Jungs auch, wie man ein Schwert benutzt, oder einen Bogen abschießt. Wenn dir Phex dann immer noch gefällig ist, dann stehst du irgendwann mit deinem alten Schwert und einer vollen Hose auf irgendeinem gottverdammten Feld in der Nähe von Auersbrück und wartest darauf, dass dir Jagor sagt, es sei Zeit den Schwarzpelzen zu zeigen, was seine Jungs drauf haben. Vielleicht schaffst du es sogar einem der Mistkerle dein Schwert in die Eingeweide zu treiben, bevor du dir dein Abendessen über die Stiefel kotzt.“ Er schnaubt verächtlich über sein früheres Selbst, aber seine dunklen Augen glänzen ein wenig. „Aber du tust, was getan werden muss.“

Bedächtig setzt er den Krug an die Lippen und leert in in einem Zug. „Und weißt du was, vielleicht hast du Glück und eines Tages fängt Jagor einen Pfeil mit seinem Auge und Brinfried sein zweiter Mann übernimmt die Truppe. Dann weißt du richtig, was es heißt ein Söldner zu sein.“ Er dreht den Kopf und blickt dich durchdringend an. „Ein Söldner sein heißt, dem Bauern, der dir seinen Schinken zu teuer verkaufen will, ordentlich die Fresse zu polieren, ein Söldner sein heißt, dass du dich anheuern lässt um Räuber zu jagen, nachdem du ein paar Wochen damit verbracht hast alten Trotteln, die mit ihren Wagen Messer und Salz auf Bauernhöfe fahren, die Kehlen durchzuschneiden. Ein Söldner heißt, dass du tust, was getan werden muss.“

Er schaut nach unten, seine Nasenflügel beben, aufgeregt durch seine eigene Erzählung. „Und weißt du was, ein Söldner zu sein heißt, dass es dir scheißegal ist und du nicht irgendwann Brinfried die Nase brichst und wegläufst.“

Er macht eine lange Pause und scheint sich zu beruhigen. Seine Bewegungen sind langsam und bedächtig und inzwischen schwankt der hünenhafte Mann auf der Stelle. Mit glasigem Blick schaut er wieder auf seine blutige Hand und fährt mit leiser, fast bedrohlicher Stimme fort: „Ich kann dir nicht sagen, wie du ein Söldner wirst, Kleiner. Aber ich kann dir sagen,“ er greift mit der blutigen Hand unter sein abgetragenes Hemd und umklammert etwas. „lass ein paar Münzen im Borontempel und auch ein paar beim Wirt, wenn du gut schlafen willst. Und hab immer einen Strick dabei, falls du tun willst, was getan werden muss.“

Wortlos schwankt der kräftige Mann aus der Taverne und du hörst, wie er sich draußen lautstark erbricht.
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